Kombinierte Bryce-Fotohimmel

Ein kleines Manko von Bryce ist die realistische Darstellung des Himmels. Kumuluswolken sind recht massive Himmelserscheinungen die deutlich hervortreten.
Es gibt zwar noch die Möglichkeit Wolken mit massivem Material darzustellen, das erhöht allerdings die Renderzeit um ein Vielfaches.
Zeitlich effektiver ist es da mit Fotowolken (siehe Bild) zu arbeiten.
Das in wenigen, hoffentlich verständlichen Schritten, soll in diesem Tutorial erklärt werden.

Um die Bilder dieses Tutorials vergrößert zu sehen, bitte einmal das entsprechende Bild anklicken und in der sich öffnenden Abfrage auf "öffnen" klicken.

Zunächst muß erst einmal ein Bild gewählt werden, ich empfehle eigene Fotos zu nehmen um nicht irgendwelche Copyrightrechte im Netz zu verletzen. Ich hab auf meiner Seite ein paar hochauflösende Himmel zur freien Verfügung gestellt.

Um freigestellte Wolkenbilder zu bekommen, muss das gewählte Bild erst einmal in einem Bildbearbeitungsprogramm ein paar Schritte durchlaufen. Da die meisten User Photoshop verwenden habe ich einen Rechner mit diesem Programm gewählt. Das geht natürlich auch mit anderen Bildbearbeitern, von Vorteil ist jedoch, wenn das fertige Resultat im psd-Format gespeichert werden kann. Ansonsten ist die Erstellung einer Alphamap nicht zu umgehen.

Der erste Schritt ist eine Tonwertkorrektur. In Photoshop: Bild - Einstellungen - Tonwertkorrektur. In dem sich öffnenden Fenster den Schieber unterhalb der Tonwertskala etwas nach rechts verschieben, das Bild wird deutlich dunkler.

Jetzt das gesamte Bild auswählen, kopieren und einen neuen Kanal hinzufügen, im Container: Ebenen - Kanäle - Pfade. Ganz unten im Container sind vier kleine Symbole, das Quadrat mit der umgeklappten Ecke fügt den vier schon vorhandenen einen weiteren Kanal hinzu, Alpha 1.

Über Bearbeiten - einfügen wird das kopierte Bild eingefügt, es hat seine Farbinformationen verloren und ist jetzt ein Graustufenbild. Aber noch zu hell um einen wirkungsvollen Alphakanal abzugeben. Deswegen noch einmal eine Tonwertkorrektur durchführen bis alles um die Wolken herum schwarz ist.

Jetzt ist das Bild insgesamt, auch in den Bereichen die sichtbar sein sollen, zu dunkel.
Abhilfe schafft hier eine Tonwertangleichung, Bild - Einstellungen - Tonwertangleichung. Photoshop holt damit die helleren Bildanteile zurück ohne die dunklen aufzuhellen.

Wenn das Ergebnis noch nicht so richtig zufriedenstellend ist, kann noch mit einer Korrektur über Helligkeit/Kontrast nachgearbeitet werden. Das Endergebnis sollte ein sehr kontrastreiches S'W Bild sein, das wirklich tiefschwarz ist, wo vorher der blaue Himmel war.
Jetzt ist der Zeitpunkt da, wo entschieden werden muss ob das Bild im psd-Format gespeichert wird, oder ob der Kanal als eigenständige Alphamap gespeichert wird.
In diesem Beispiel wird das Bild im psd-Format gespeichert, darin ist die Information des Alphakanals enthalten und Bryce kann damit hervorragend umgehen.

Jetz wird in Bryce weitergearbeitet. Um das Wolkenbild nach Bryce zu importieren den Leonardomann anklicken.

Im sich öffnenden Fenster über das ganz rechtsliegende Quadrat auf "Load" klicken und das Bild suchen und öffnen. Beim psd-Format wird in der Mitte automatisch der Alphakanal angezeigt.
Ein Klick auf den Haken unten rechts übernimmt das Bild auf eine 2D-Fläche.

Der Wolkenhimmel ist jetzt schon zu sehen.

Damit die Wolken keine unrealistischen Schatten werfen, es ist ja eine stehende 2D-Fläche, werden im Materialeditor alle Schatteneinstellungen abgewählt. Es kann auch gleichzeitig überprüft werden ob die Transparenzeinstellungen richtig sind. Aber Bryce macht das in der Regel automatisch richtig.

Ein paar kleine Änderungen am Brycehimmel sind auch noch vorzunehmen. Dazu auf "Sky & Fog" klicken und dann auf die kleine Wolke mit dem Regenbogen.

Das Sky Lab öffnet sich und dort Cloud Cover anwählen. Beim "Einsteigerhimmel" sind nur die Stratuswolken aktiv. Ich setze bei Cloud Cover den Wert von 20 auf 15 zurück. Das ist Geschmacksache, ausprobieren welches Ergebnis hier am gefälligsten ist bleibt jedem überlassen.
Zudem verändere ich noch den Farbwert beim Dunst (Haze) von weiß auf ein leichtes Grau.
Da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Alle Voreinstellungen sind gemacht, jetzt die Fotowolken nach hinten schieben. Einen Richtwert gibt es da nicht. Sie sollten schon weit im Hintergrund sein wenn sie nicht Bergspitzen verhüllen sollen.
Aber das ist gerade der Reiz oder besser Sinn und Zweck der Transparenz. Objekte die noch dahinter geschoben werden, werden teilweise von Wolken verdeckt, eben wie in der Realität.

Ich hoffe das Tutorial ist hilfreich und verständlich.
viel Spass beim Himmelbau.